Umweltminister Kupfer um Messpunkte in Pirna gebeten

November 21st, 2011 by p.liebers

Mit einem Schreiben an den Sächsischen Minister für Umwelt und Landwirtschaft, Frank Kupfer, hat die Bürgerinitiative um Einrichtung einer Messstation zur Feststellung der Umweltbelastung für Lärm, Staub, Feinstaub und Abgase an B 172 /  Königsteiner Str. in Pirna gebeten, da der jetzige Verkehr bis zu 32.000 Fahrzeuge pro Tag beträgt.

Diese Bitte war während einer Veranstaltung der BI von betroffenen Anwohnern der B 172 in Pirna geäußert worden.

 

Der promovierte Biologe Dr. Harald Kubitz hat sich zu dem Thema am 24.09.2011 in der Sächsischen Zeitung wie folgt dazu geäußert:

„Umweltschutz darf nicht darin bestehen, jeden Eingriff in die Natur abzuwehren. Oft gerät außer Acht – in der breiten Öffentlichkeit, bei Planern und Investoren oder auch bei Naturschützern -, dass in der Prioritätenliste die menschlichen Lebensbedingungen immer an erster Stelle stehen müssen, nicht auf Kosten der Biosphäre, sondern nachhaltig im Einklang mit ihr.

Ein aktuelles Beispiel ist die Südumgehung von Pirna (B172). Als Pirnaer Bürger und auch als Umweltschützer räume ich ihr eine Schlüsselstellung ein, wobei auch hier die menschliche Lebensqualität im Hinblick auf Bioklima und Gesundheitserwartung den Ausschlag geben muss. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hinterfragt die geplanten Ortsumgehungen – zu Recht. Einzig unsere Südumgehung wird vom BUND-Landesvorstand Sachsen als wirklich notwendig angesehen.

Bedenken seitens der Naturschützer gibt es also nicht zum „Ob“, wohl aber zum „Wie“ des Straßenbaus in Pirnas Süden. Kritisch sieht der BUND zum Beispiel den Flächenverbrauch für den Bauablauf sowie die Abtragung des Kohlberggipfels für den Tunnelbau. Eine Wiederaufschüttung ändert nur wenig an der langfristigen Störung des Ökosystems.

Grundlage jeder Entscheidung dürfen nicht allein Paragraphen und Kosten sein (die im übrigen zumeist einen Spielraum lassen, Sachkompetenz vorausgesetzt), auch nicht Gefühle, sondern exakte Untersuchungen. Seit meiner Arbeit über die gesundheitliche Situation im Raum Pirna (Medizinische Fakultät der TU Dresden 1997) ist das angespannte gesundheitsökologische Profil von Pirna vielschichtig belegt *.“

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